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Stadtmuseum im Spital, Crailsheim

Was vom Winter übrig blieb

Schneekugeln aus der Sammlung Josef Kardinal 24. November 2018 bis 10. Februar 2019


Ihr Boom begann in den 1950er Jahren und es gibt sie immer noch, massenhaft, weltweit: die (Halb)Kugel zum Schütteln mit immerwährendem Schneegestöber. Wer genau hat sie erfunden? Darüber gibt es verschieden Erzählungen. Sie hat keine praktische Funktion. Sie gehört einer Dingwelt an, in der es um Erinnern und Gefühle geht. Das „Mitbringsel“ der 1950/60er Jahre und Inbegriff des Spießigen ist schon seit Jahrzehnten ein Stück Popkultur. Mit einem Augenzwinkern bedienen sich Werbung, Film und Lifestyle-Industrie der Schneekugel. Die Kugel mit dem Schneegestöber spiegelt Sehnsüchte und Zeitgeist. Sie lebt von der Faszination für Miniaturen und vom Wunsch nach beherrschbaren kleinen heilen Welten. Sie ist bezaubernd, aber auch ungewollt(?) abgründig, witzig, vulgär. Im Schnee tummeln sich sowohl Skifahrer als auch Badenixen. Die Schneekugel inspiriert Künstlerinnen und Künstler. Sie entzückt Kinder und Erwachsene und ist letzteren nicht selten peinlich.

 

Josef Kardinal, pensionierter Finanzbeamter und passionierter Kunstliebhaber, wurde durch Zufall zum Sammler von Schneekugeln. Inzwischen zählt seine Sammlung bald 10.000 Objekte. Das Spektrum an Themen und Ausführungen ist umfassend: vom Reise- und Wallfahrtsandenken bis zur Disneysonderedition. Mit seiner Sammlung steht Josef Kardinal im Guinness Buch der Rekorde. An Hand von Themengruppen wie (Winter)städte, (Winter)märchen, (Winter)sport zeigt die Ausstellung Schneekugeln und die darin zum Ausdruck kommenden Befindlichkeiten und Moden von den 1950er Jahren bis heute.

 

Abb. 1 und 2 :

 

Schneekugel, 1950er Jahre, Sammlung Josef Kardinal (Foto Stadtmuseum Crailsheim)

 

 

Stadtmuseum im Spital Crailsheim

Spitalstr. 2, 74564 Crailsheim, Tel. 07951/4033720,

www.museum-crailsheim.de

 

Öffnungszeiten:

Mi 9 bis 19 Uhr, Sa 14 bis 18 Uhr, So und Feiertag 11 bis 18 Uhr (Heilig Abend und Silvester geschlossen)